Notreserve , aber ja

11.09.2015
Einer unserer Nachbar hat sein Job verloren. Die Bewerbungsmaschine läuft an und wir sind alle guter Dinge, das er noch vor Ende der Kündigungsfrist eine neue Tätigkeit finden wird. Leider ist bei seinem Fahrzeug ein Schaden entstanden. Darauf angesprochen erwiderte er nur ganz locker: Ja, ist jetzt gerade ärgerlich, aber wie wir immer zusammen gesprochen hatten, haben wir 3 Nettogehälter ( als Seemann hat er sehr gut verdient) auf der hohen Kante liegen. Eben genau für solche Zwecke.“

Der Zufall wollte es, das ein anderer Nachbar, mit dem wir uns auch immer viel über Finanzen unterhalten hatten, dies aber eingestellt haben, ein Schaden an seinem Haus hat. Der Betonfußboden musste raus und das Zimmer wird vom Fußboden ab an neu aufgebaut . Diese Nachbar sagen immer: “ Wir leben jetzt.“ Sie haben diese Jahr umgeschuldet , weil die Heizung kaputt gegangen war und ersetzt werden mußte. Ebenso haben Sie Urlaubsgeld und Sonderzahlung für Fahrräder ausgegeben. E- Bikes. Das restlich Urlaubsgeld wurde in einer neuen Gartenhütte „investiert“. Es ist kein müder Heller mehr als Notreserve da, mit der Folge, das die Renovierung des Zimmer zeitlich in die Länge gestreckt wird, damit die Rechnungen bezahlt werden können. Für den ältesten Sohn heißt es damit, 8 Wochen auf dem Sofa zu schlafen. Darauf angesprochen, wäre doch jetzt gut gewesen, wenn Ihr auch eine Notfallreserve gehabt hättet, wurde uns nur erwidert:“ Wir haben dieses Jahr beteits soviel investiert, alles geht auch nicht“. Als Investment wurde dann Heizung , Fahrräder und Gartenlaube aufgeführt. Auf die Frage: „Warum habt Ihr denn dafür Eure Notfallreserve angegriffen?“ kam die Antwort: “ Wir wollen doch den Sommer genießen und leben jetzt.“

Wir würden auch gerne an der Börse investieren ( also ein richtiges Investment tätigen) aber unsete Notfallreserve hat noch nicht die gewünschte Höhe erreicht.

Wie sieht Eurer Notfallgroschen aus, habt Ihr 3 Nettogehälter beiseite gelegt? Oder mehr? Oder weniger?

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16 Antworten auf Notreserve , aber ja

  1. Dummerchen sagt:

    Hi.
    Die Notfallreserve ist höher. Deutlich höher. Zumindest wenn man die Begriffe Notfallreserve und Tagesgeldkonto gleich setzt.
    Wobei man trefflich darüber streiten kann, was genau bei mir die Notfallreserve ist, denn sie ist Teil meines Gesamtvermögens und damit Teil des risikoarmen Depotanteils. Diesen versuche ich in einem halbwegs konstanten Verhältnis zum risikoreichen Depotanteils zu halten. Ich nutze die Notfallreserve somit auch zum Investieren in Börseneinbrüchen und stocke sie auf, wenn die Aktienmärkte steigen. Ganz grob könnten es somit rund 8 Nettogehälter sein.
    Die eiserne Reserve, d.h. den Teil den ich nicht für Nachkäufe nutzen würde und für „echte“ Notfälle zurückhalte, würde ich dann allerdings tatsächlich im Bereich von 3 Nettogehältern ansiedeln.

    • plutusandme sagt:

      Auch wir rechnen die Notfallreserve zum Gesamtvermögen. Diese wird auf dem Tagesgeldkonto angespart. Dies ist aber für die beiden Neubauten ziemlich dezimiert worden und wird nun wieder aufgefüllt.
      Ziel soll sein: ohne Einkommen mit der Reserve 9 Monate auszukommen bei deutlich reduzierten Ausgaben. ( Größenordnung 24.400 € ) Das wäre für uns dann ein finanzieller Schutz.

  2. Frank sagt:

    Für mich gibt es drei! Notfallreserven, eine für Schäden im Haushalt, zb kaputte Waschmaschine, unvorhergesehene Autoreperaturen usw, diese halten wir immer so auf2-3000 Euro. Die zweite Notfallreserve ist 10000 Euro für Schäden an Immobilien, zb kaputtes Dach oder Wasserleitungen usw. Dieses Geld ist auf einem sehr niedrig verzinzten Tagesgeldkonto und wird wirklich nur genommen wenn es solche Reperaturen gibt. Die dritte Reserve ist meine eigene und dient in Crashzeiten dem kurzfristigen Aktienkauf so wie in den letzten Wochen passiert. Diese Positionen werden dann aber auch ganz schnell wieder aufgelöst. Das hat nichts mit langfristigen Positionen zu tun. Mit diesem Mix an Reserven bin ich bisher immer gut gefahren.
    Eigentlich gibt es sogar noch eine vierte Notfallreserve das sind ein paar harte Goldbarren, die sind aber nur dafür da wenn wirklich mal alles den Bach runtergeht…
    oder vielleicht auch nur weil ich Gold liebe und es schön anzusehen ist.

    • plutusandme sagt:

      Ja, für den ganz harten Notfall haben wir noch einige Silberdollar. Also entweder Silber oder Dollar. Wird hier aber nicht weiter berichtet.

  3. Marco sagt:

    Hallo,

    ich habe deutlich weniger zurückgelegt. Ich habe lediglich Dinge berücksichtigt die kaputt gehen könnten und auf die ich definitiv angewiesen bin. Damit komme ich auf etwas mehr als ein Nettogehalt.

    Da ich Buy&Hold betreibe, ist für mich die Zeit im Markt entscheidend, weswegen ich versuche so viel wie möglich zu investieren.

  4. Ulrich sagt:

    Um mit den Worten von Mr Money Mustache zu sprechen: eine kleine Reserve reicht. Unvorhergesehene Ausgaben werden aus den laufenden Einnahmen bestritten (in meinem Fall monatliches Gehalt und alle 2 bis 3 Monte Dividendenfonds-Ausschüttungen). Und falls das nicht reicht, wird der Betrag aus dem Depot bezahlt:

    „I have no savings account at all, and keep just a few thousand dollars in the checking account. If a huge unexpected expense ever came up that was greater than my income, I would put it on the credit card along with all other monthly spending. Then just sell some shares of an index fund and transfer that back to the bank“

    (http://www.marketwatch.com/story/how-to-retire-early-35-years-early-2014-01-17?page=2)

    Das Geld soll arbeiten und nicht jahrzehntelang (oder völlig umsonst) auf den vielleicht nie eintretenden Fall der Fälle warten …

  5. Alexander sagt:

    Ich halte es wie Frank. Ich habe sozusagen 3 Reserven.
    Am Tagesgeld 10.000 € für Hausreparaturen.
    Am Girokonto 10.000 €, da werden die alltäglichen Dinge, Reparaturen, Urlaub etc. bezahlt. Fällt das unter 10.000 €, wird wieder aufgefüllt und alles darüber hinaus wandert dann auf das Cashkonto für Aktien.
    Da habe ich auch meist so 10.000 € rumliegen.
    Liquide Mittel haben wir meistens also zwischen 30.000 und 40.000 €.
    Wenn ich mir das so anschaue, vielleicht sollte ich das etwas reduzieren? Nein, mir passt das so, je 10K für jedes Konto.

  6. Elmar sagt:

    Hallo,

    auch bei mir ist es ähnlich wie bei Frank und Alexander:
    Auf einem Tagesgeld habe ich in Summe 6 Monatsausgaben. (Es ist die Summe, die nötig ist, um alle Ausgaben zu decken.) Ich gehe vom absoluten Notfall aus, meine Sparrate ist daher nicht inbegriffen und würde die Summe in meinen Augen unnötig erhöhen.
    Auf einem zweiten Konto halte ich eine Reserve für Konsumausgaben vor. Das kann sowohl eine neue Waschmaschine, als auch eine neue Couch sein.
    Bei Konto Nummer 3 werden Rückstellungen für das Auto gebildet. Monatlich wird der Betrag angespart, welcher für jährlich Ausgaben wie Versicherung oder Kfz-Steuer und anstehende Instandhaltung benötigt wird.
    Damit bin ich bisher sehr gut gefahren. Einzig die Tatsache, dass der „Notgroschen“ derzeit so miserabel verzinst wird, bringt mich gelegentlich zur Überlegung, ob die Reserve evtl. auch für 3 Monate ausreichend wäre. Aber der „Wohlfühlfaktor“ ist eben ein anderer…

  7. Reinsch sagt:

    Ich halte nicht viel davon, die Notfallreserve in Monatsgehältern festzunageln. Entscheidender ist doch: Welchen notfall muss sie schlimmstenfalls stemmen können?

    Ich wohne z.B. zur Miete, hab kein Auto, bin kinderloser Single und habe eine recht hohe Sparquote, so dass ich wohl auch mit ALG1 über die Runden kommen würde, ohne nur noch Wasser und Brot zu kauen.

    Von daher habe ich „nur“ knapp 2 Monatsgehälter auf einem TG Konto liegen. Plus natürlich etwas Puffer auf dem Girokonto. Kleinere Sonderausgaben werden da direkt weggepuffert und wenn größere Ausgaben (Reise etc.) anstehen kommen die i.d.R. mit Ansage, so dass ich ansparen kann.

    Noch mehr Geld quasi zinslos zu horten macht für mich also keinen Sinn. Da investiere ich lieber.
    Wenn sich die Umstände mal ändern (Heirat, Wohneigentum, …) kann das natürlich wieder anders aussehen.

  8. nucadi sagt:

    Hallo,

    ich halte eine (recht geringe) Notfallreserve von EUR 6-10.000 auf dem Tagesgeldkonto (trotz Eigentumshaus und zwei Wohnungen). Wir sparen um die 50% unseres Gehaltes, von daher sollten wir selbst bei größeren Kosten in der Lage sein die Reserve schnell wieder aufzufüllen. Wenn dann doch mal Kosten entstehen die über der Reserve liegen dann muss halt ein Teil des Depots dran glauben. Ist zwar doof, aber nicht das Ende der Welt.

    Toller Blog!

    VG, Nico

  9. Ex-Studentin sagt:

    Die Höhe der Notreserve ist auch davon abhängig, ob der Partner den gemeinsamen Lebensunterhalt alleine bestreiten könnte und wie viele Personen vom Einkommen abhängen. Ich habe mir 25k als minimalen Notgroschen gesetzt, falls mein Gehalt (z.B. wegen ungeplanter Schwangerschaft) oder das meines Vaters ausfällt und ich meiner Familie finanziell aushelfen muss.

  10. Hallo,
    ich selbst habe mir eine Instandhaltungsrücklage für die Immobilien zurückgelegt.
    75.000 EUR für 2 Häuser und 2 Wohnungen gesamt ca. 600qm Wohnfläche

    Für private/persönlich Kostenüberbrückungen müsste das Depot dann her halten, bzw Konsumausgaben werden aus dem Cashflow, also vom Gehalt oder der Sparrate gezahlt. Verdienstausfälle dann halt das Depot, wenn die Gelder vom Amt oder der KK nicht ausreichend sein sollten. Letztendlich ist aber mein gesamtes Konstrukt auch eine Wette auf meinen Job und meiner Gesundheit! – Bin gespannt ob es aufgeht. Bin jetzt 45 und denke die Wette läuft bis 55 dann sollten passive Einkommensströme ein mögliches Loch stopfen können.

    • plutusandme sagt:

      Hallo, 55 Jahre, das ist bei uns das Ziel, wenn wir denn wollen, etwas kürzer zu treten.
      Wir können auch schon ein großen Teil aus dem normalen Gehaltszugang erledigen aber eine Cashreserve haben wir dennoch als Reserve. Bei den beiden Neubauten haben wir auch ein Teil aus dem Fondsvermögen entnommen.

  11. Wolfgang sagt:

    Ich habe meine Notfallreserve zweigeteilt: 10.000 Euro wirklich „eiserne Reserve“ die nur für Notfälle da ist, dazu spare ich momentan bis zu weitere 15.000 Euro als weitere Reserve für ungeplante Ausgaben an. Mit diesen 25.000 Euro sollte dann das Gröbste abgedeckt werden können. Generell bin ich ein Freund einer eher großzügiger bemessenen finanziellen Absicherung, denn – wie man auch an Deinen Beispielen sieht – wenns mal kracht, dann oft richtig. Mit 2-3 Gehältern auf der Seite ist es da oft nicht getan.

    Schöne Grüße aus Österreich 🙂

  12. rwsub sagt:

    Ich habe zur Zeit etwas über 3 Netto-Monatsgehälter als Notgroschen und baue weiter auf. Ziel dieses Jahr sind die 6.000€ auf dem Konto/Tagesgeld.

    PS: Danke für den Kommentar auf meinem Blog. Hat mich als stiller Leser sehr gefreut das du mal aufgetaucht bist.

    Gruß

    rwsub

  13. Ric sagt:

    Hallo,

    ich selbst halte aktuell eine Reserve von 4 Monaten. Aber ich habe kein Haus und möchte auch in Zukunft keins kaufen. Somit hab ich mein Risiko schon zu einem großen Teil reduziert. Mein Depot rühre ich nicht an, so dass sich der Zinseszins voll entfalten kann.

    Viele Grüße
    Ric

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